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Siebträgermaschine entkalken und pflegen: Rückspülen, Dichtungen, Wasser

Redaktion: Technikretter-Team · Fachlich geprüft vom FBB-Werkstattnetz · FBB-Service Management GmbH, Springe

Kurz gesagt: Die meisten Siebträger-Reparaturen in unserer Werkstatt gehen auf Kalk, Kaffeeöle und harte Dichtungen zurück. Rückspülen gibt es nur bei Maschinen mit Magnetventil, Entkalken hängt von der Bauart ab, und E61-Maschinen entkalkt man nicht zu Hause. Wer die Wasserhärte kennt und Dichtungen rechtzeitig wechselt, spart sich die meisten Werkstattbesuche.

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Warum Pflege bei Siebträgern über die Lebensdauer entscheidet

Eine Siebträgermaschine hat wenig Elektronik und viel Mechanik: Boiler oder Thermoblock, Pumpe, Ventile, Dichtungen. Genau diese Teile leiden unter drei Dingen: Kalk, der Heizflächen, Ventile und Rohre zusetzt; Kaffeeöle, die Dusche, Magnetventil und Dichtungen verkleben; und Hitze, die Dichtungen hart macht. Alle drei Prozesse sind langsam und alle drei lassen sich mit einfacher Routine bremsen. Hersteller nennen Wartungsintervalle von 3 bis 5 Jahren bei regelmäßiger Entkalkung, ohne Entkalkung deutlich weniger. Und: Schäden durch unterlassene Entkalkung oder nicht freigegebene Mittel sind bei allen großen Herstellern von der Garantie ausgeschlossen.

Rückspülen: nur mit Magnetventil

Rückspülen bedeutet, mit einem Blindsieb (Sieb ohne Löcher) im Siebträger einen Bezug zu starten. Das Wasser kann nicht durch das Sieb, der Druck steigt, und beim Stoppen öffnet das Dreiwege-Magnetventil den Weg in die Tropfschale. Dabei werden Dusche, Brühkopf und Ventilsitz von hinten durchgespült. Das funktioniert nur bei Maschinen mit Magnetventil: Rancilio Silvia, Gaggia Classic, alle E61-Gruppen, Sage Barista-Reihe, Lelit, ECM, Rocket, Bezzera.

Maschinen ohne Magnetventil, etwa De'Longhi Dedica, viele Einsteiger-Thermoblockmaschinen und ältere Krups oder Graef, dürfen nicht rückgespült werden. Der Druck hat dort keinen Ausweg und belastet Pumpe und Überdruckventil. Prüfen Sie im Handbuch, ob ein Blindsieb vorgesehen ist.

So spülen Sie rück

  1. Blindsieb in den Siebträger, ohne Reiniger einspannen, 5 Sekunden Bezug, 5 Sekunden Pause, fünfmal wiederholen. Das ist die tägliche oder wöchentliche Variante mit klarem Wasser.
  2. Einmal pro Woche bis Monat, je nach Nutzung: eine kleine Menge Kaffeefettlöser in Pulverform aufs Blindsieb, wieder fünf Zyklen, dann Siebträger ausspülen und mit klarem Wasser weitere zehn Zyklen, bis kein Schaum mehr kommt.
  3. Danach einen Espresso durchlaufen lassen und wegschütten.

Dusche und Siebe gehören zusätzlich regelmäßig in ein Bad aus Kaffeefettlöser. Die Bohrungen der Dusche gegen das Licht prüfen.

Entkalken: je nach Bauart anders

Es gibt keine Entkalkungsregel, die für alle Siebträger gilt. Der Boiler-Werkstoff, die Ventile und die Frage, ob Kalkbrocken beim Lösen irgendwo hängen bleiben können, entscheiden.

Thermoblock-Maschinen (Sage, De'Longhi Dedica, viele Einsteiger)

Regelmäßig und mit dem vom Hersteller freigegebenen Entkalker, oft über ein eigenes Programm. Die engen Heizkanäle verkalken schnell, und hier ist Entkalken zu Hause vorgesehen und sinnvoll. Bei hartem Wasser alle 4 bis 8 Wochen, bei weichem Wasser seltener. Nach dem Entkalken gründlich spülen.

Einkreiser mit Messingboiler (Rancilio Silvia, Gaggia Classic, Lelit Anna)

Entkalken ist möglich, aber mit Vorsicht: Nur Entkalker, die für Messing und die verbauten Dichtungen freigegeben sind, keine Essigsäure, keine Haushaltsentkalker mit unbekannter Zusammensetzung. Lösung nach Handbuch einwirken lassen, dann mehrere Tankfüllungen spülen. Das Risiko: Gelöste Kalkbrocken setzen sich im Magnetventil fest. Wer das vermeiden will, lässt den Boiler in der Werkstatt ausbauen und reinigen.

E61-Maschinen, Zweikreiser, Dualboiler (ECM, Rocket, Bezzera, Profitec, Lelit Bianca)

Nicht zu Hause entkalken. Der Wärmetauscher, die E61-Gruppe mit ihren Ventilen und das Antivakuumventil können durch gelöste Kalkstücke blockieren, und aggressive Mittel greifen die Messingteile an. Diese Maschinen werden durch weiches Wasser sauber gehalten und alle 3 bis 5 Jahre in der Werkstatt gewartet, wo der Kessel geöffnet oder chemisch kontrolliert gereinigt wird. Werkstätten nennen dafür als Orientierung 219 bis 495 Euro je nach Bauart.

Wasserhärte und Filter: die eigentliche Vorbeugung

Kalk kommt aus dem Wasser, und die Menge lässt sich steuern. Die Wasserhärte in Deutschland reicht von unter 5 bis über 20 Grad deutscher Härte, Ihr Wasserversorger nennt den Wert für Ihre Adresse. Für Siebträger gilt ein Zielbereich von etwa 4 bis 8 Grad deutscher Härte als guter Kompromiss zwischen Kalkschutz und Geschmack. Zu weiches oder destilliertes Wasser ist ebenfalls schlecht: Es schmeckt flach und kann Messing und Edelstahl angreifen.

  • Tischfilter (Kannenfilter): günstig, reduzieren die Karbonathärte, reichen für Thermoblock-Maschinen bei mittlerer Härte.
  • Tankfilter: Einsätze für den Wassertank, bei Sage ab Werk vorgesehen. Regelmäßig wechseln, sonst wirken sie nicht.
  • Mineralisiertes Wasser selbst mischen: Für E61-Maschinen bewährt, weil die Zusammensetzung kontrolliert ist.
  • Stilles Mineralwasser aus dem Handel: Nur, wenn die Analyse auf dem Etikett eine niedrige Härte zeigt. Viele Mineralwässer sind härter als Leitungswasser.

Wer die Härte im Zielbereich hält, muss Thermoblock-Maschinen seltener entkalken und E61-Maschinen im Wartungsintervall meist gar nicht.

Dichtungen und Verschleißteile: Intervalle

Dichtungen werden mit Hitze hart, unabhängig von der Pflege. Wer sie rechtzeitig tauscht, verhindert Undichtigkeiten und Druckverlust.

  • Gruppendichtung (Brühkopf): alle 12 bis 24 Monate. Zeichen: Siebträger rastet immer weiter rechts ein, Wasser spritzt am Rand heraus. Wechsel ohne Öffnen des Gehäuses.
  • Dusche und Duschsieb: bei jedem Dichtungswechsel prüfen, bei verbogenen oder zugesetzten Bohrungen ersetzen.
  • Dampf- und Heißwasserventil-Dichtungen: bei Tropfen aus der Lanze. Werkstattarbeit, weil das Ventil im Gehäuse sitzt.
  • Boiler- und Anschlussdichtungen, O-Ringe, Schläuche: im Rahmen der Werkstattwartung alle 3 bis 5 Jahre.
  • Tankventil: bei Luft in der Pumpe oder tropfendem Tank. Günstig, selbst wechselbar.

Bleibt trotz guter Pflege ein Symptom wie fehlender Druck, schwacher Dampf oder Wasser unter der Maschine, ist es kein Pflegethema mehr. Dann beschreiben Sie das Problem über unser Formular, Sie bekommen per E-Mail Ihr Versandlabel und nach der Diagnose einen schriftlichen Kostenvoranschlag. Repariert wird erst nach Ihrer Freigabe.

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Häufige Fragen

Wie oft muss ich meine Siebträgermaschine entkalken? +
Thermoblock-Maschinen bei hartem Wasser alle 4 bis 8 Wochen, bei weichem Wasser seltener. Messingboiler-Einkreiser vorsichtig und nur mit freigegebenem Mittel. E61-Maschinen gar nicht zu Hause, sondern alle 3 bis 5 Jahre in der Werkstatt.
Kann ich jede Siebträgermaschine rückspülen? +
Nein, nur Maschinen mit Dreiwege-Magnetventil. Bei Maschinen ohne Magnetventil, etwa der De'Longhi Dedica, hat der Druck keinen Ausweg und belastet Pumpe und Überdruckventil.
Welches Wasser ist für Siebträger am besten? +
Wasser mit etwa 4 bis 8 Grad deutscher Härte. Zu hart verkalkt, zu weich oder destilliert schmeckt flach und kann Metalle angreifen. Tank- oder Tischfilter oder selbst gemischtes Wasser bringen Sie in den Zielbereich.
Wie oft sollte die Gruppendichtung gewechselt werden? +
Etwa alle 12 bis 24 Monate, je nach Nutzung. Spätestens, wenn der Siebträger weit über die Mittelstellung hinaus einrastet oder Wasser am Rand austritt.
Verliere ich die Garantie, wenn ich nicht entkalke? +
Bei Jura, De'Longhi, Siemens, Nivona und anderen sind Kalkschäden und nicht freigegebene Entkalker von der Herstellergarantie ausgeschlossen. Die gesetzliche Gewährleistung gegenüber dem Händler bleibt davon unberührt.
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