Kaffeevollautomat richtig entkalken und reinigen: Intervalle, Mittel, Fehler
Redaktion: Technikretter-Team · Fachlich geprüft vom FBB-Werkstattnetz · FBB-Service Management GmbH, Springe
Kurz gesagt: Entkalken Sie, wenn das Gerät es meldet, und stellen Sie vorher die Wasserhärte korrekt ein. Verwenden Sie das vom Hersteller freigegebene Mittel oder ein gleichwertiges auf Basis von Amidosulfonsäure, niemals Essig. Milchsystem täglich, Brühgruppe wöchentlich, Fett nach Handbuch: damit vermeiden Sie den Großteil aller Werkstattfälle.
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Maschine einsendenWarum Kalk der häufigste Grund für Reparaturen ist
Leitungswasser enthält gelöste Mineralien. Beim Erhitzen im Thermoblock fallen sie als Kalk aus und setzen sich dort ab, wo das Wasser am heißesten ist: im Heizkanal, an den Ventilen, im Brühkolben. Der Kanal wird enger, die Pumpe muss mehr Druck aufbauen, die Heizung braucht länger. Erst schmeckt der Kaffee flach und wird lauwarm, dann kommt weniger Wasser, dann fällt der Thermoblock aus oder das Keramikventil klemmt. Siemens formuliert das in den Garantiebedingungen als Schaden durch „chemische und elektrochemische Einwirkung von Wasser" und schließt ihn aus. Jura, De'Longhi und Nivona schließen ebenso Schäden durch unterlassene Wartung aus.
Das Gute daran: Kalk ist die einzige große Verschleißursache, die Sie selbst fast vollständig verhindern können.
Intervalle: wie oft entkalken?
Moderne Vollautomaten zählen die bezogene Wassermenge und melden das Entkalken abhängig von der eingestellten Wasserhärte. Dieses Intervall ist nur so gut wie die Einstellung. Prüfen Sie die Härte mit dem beiliegenden Teststreifen oder erfragen Sie sie beim Wasserversorger. Ab Werk steht das Gerät meist auf einer mittleren bis hohen Stufe. Wer weiches Wasser hat, entkalkt dann zu oft, was nicht schadet. Wer hartes Wasser hat und die Stufe zu niedrig einstellt, entkalkt zu selten, und das schadet.
- Weiches Wasser (bis etwa 7 Grad deutscher Härte): nach Meldung, in der Regel alle paar Monate.
- Mittleres Wasser (etwa 7 bis 14 Grad): nach Meldung, bei täglichem Gebrauch alle 6 bis 10 Wochen.
- Hartes Wasser (über 14 Grad): nach Meldung, oft alle 4 bis 6 Wochen, oder Filterpatrone verwenden.
Schieben Sie die Meldung nicht wochenlang auf. Der Kalk, der sich in dieser Zeit bildet, lässt sich beim nächsten Programm nicht mehr vollständig lösen.
Filterpatronen
Filter wie Jura CLARIS, Philips AquaClean, Siemens und Bosch Brita Intenza oder De'Longhi-Filter reduzieren die Karbonathärte und verlängern das Entkalkungsintervall deutlich. Sie ersetzen das Entkalken nicht. Ein Filter muss im Menü aktiviert und nach Ablauf getauscht werden, sonst rechnet das Gerät mit gefiltertem Wasser, obwohl der Filter erschöpft ist. Bei Jura CLARIS Smart nur den passenden Filtertyp verwenden, sonst erkennt das Gerät ihn nicht und bleibt im Entkalkungsmodus. Enthärtetes Wasser aus einer Hausanlage enthält weiterhin Kalk: Siemens und Bosch weisen ausdrücklich darauf hin, dass calc'nClean dann trotzdem nötig bleibt.
Mittel: Herstellerentkalker, Zitronensäure, Essig
Herstellermittel sind auf die Materialien des Geräts abgestimmt: Dichtungen aus Silikon und Gummi, Aluminium und Edelstahl im Thermoblock, Kunststoff in Ventilen und Schläuchen. Die meisten basieren auf Amidosulfonsäure, die Kalk zuverlässig löst und die Dichtungen nicht angreift. Ein gleichwertiger Universalentkalker auf derselben Basis ist technisch in Ordnung. Innerhalb der Garantie gilt aber: Jura erkennt nur eigene Pflegeprodukte an, De'Longhi verlangt spezifikationskonforme Mittel. Wer auf Nummer sicher gehen will, bleibt in den ersten zwei Jahren beim Hersteller.
Zitronensäure löst Kalk, bildet aber bei Hitze schwer lösliche Verbindungen, die sich als weißer Belag im Thermoblock absetzen und den Wasserweg zusetzen können. Für Vollautomaten mit Thermoblock raten wir ab.
Essig und Essigessenz sind für Vollautomaten verboten. Essigsäure greift Gummidichtungen und Aluminium an. Die Schäden zeigen sich Tage später als undichte Brühgruppe, tropfendes Tankventil oder Wasser unter dem Gerät. Jeder Hersteller schließt Essigschäden von der Garantie aus.
Dosierung: exakt nach Packung, nicht „etwas mehr, damit es besser wirkt". Das Programm rechnet mit einer bestimmten Konzentration und Einwirkzeit.
Reinigung: täglich, wöchentlich, monatlich
Täglich
- Milchsystem nach jedem Milchgetränk spülen, abends zerlegen und mit warmem Wasser reinigen. Milchreste trocknen an und verstopfen Ansaugventil und Schäumer.
- Tresterbehälter und Tropfschale leeren, mit Wasser ausspülen, trocknen. Feuchter Kaffeesatz schimmelt in warmen Geräten innerhalb von ein bis zwei Tagen.
- Wassertank täglich frisch füllen, nicht nur nachfüllen.
Wöchentlich
- Entnehmbare Brühgruppe herausnehmen, unter fließendem warmem Wasser ohne Spülmittel abspülen, nie in den Geschirrspüler. Innenraum hinter der Brühgruppe mit einem feuchten Tuch auswischen, Kaffeepulverreste entfernen. Trocknen lassen, dann einsetzen.
- Kaffeeauslauf zerlegen, soweit vorgesehen, und spülen.
Monatlich oder nach Meldung
- Reinigungsprogramm mit Reinigungstablette laufen lassen. Es löst Kaffeeöle in Brühgruppe und Leitungen, die kein Wasser entfernt.
- Bohnenbehälter leeren und trocken auswischen, Mahlwerkeingang absaugen.
- Laufflächen und Kolbenstange der Brühgruppe laut Handbuch mit lebensmittelechtem Silikonfett schmieren, etwa alle zwei bis drei Monate oder wenn die Brühgruppe beim Verfahren knackt. Wenig Fett, dünn aufgetragen.
Die häufigsten Fehler beim Entkalken
- Wasserfilter im Tank lassen. Die Säure zerstört den Filter, und das Programm kann nicht richtig zirkulieren. Filter immer vorher entnehmen.
- Programm abbrechen. Entkalkerlösung bleibt im System, die Meldung verschwindet nicht, manche Geräte sperren den Bezug. Programm immer bis zur Abschlussmeldung durchlaufen lassen.
- Zu wenig Zeit einplanen. Je nach Modell dauert das Programm 20 bis 50 Minuten mit mehreren Eingriffen. Nicht abends nebenbei starten.
- Nicht nachspülen. Nach dem Programm eine Tankfüllung Frischwasser als Heißwasser durchlaufen lassen, besonders wenn der Tank während des Programms nicht bis zur Markierung gefüllt war.
- Entkalken statt reinigen. Entkalker löst Kalk, nicht Kaffeeöl. Beides sind getrennte Programme mit getrennten Mitteln.
Wenn nach ordnungsgemäßem Entkalken Wasser fehlt, das Gerät undicht ist oder die Meldung bleibt, helfen die Ratgeber unten weiter. Für eine Grundwartung mit Dichtungssatz, Entkalkung des gesamten Wasserwegs und Prüfung aller Ventile schildern Sie uns das Gerät über unser Formular. Nach der Diagnose erhalten Sie einen schriftlichen Kostenvoranschlag, und wir arbeiten erst nach Ihrer Freigabe. Eine Werkstattentkalkung mit Reinigung liegt im Markt typischerweise bei 50 bis 80 Euro, eine Wartung mit Dichtungen bei 70 bis 120 Euro (Orientierung).
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Häufige Fragen
Darf ich meinen Kaffeevollautomaten mit Essig entkalken? +
Ersetzt ein Wasserfilter das Entkalken? +
Muss ich ein Fremdmittel meiden, um die Garantie zu behalten? +
Wie oft muss die Brühgruppe gefettet werden? +
Wie oft sollte ein Vollautomat in die Wartung? +
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